Genf

18. Jahrhundert
Die Wiege der Uhrmacherkunst

1541 wird Genf im Zuge der Reformation Calvins

zum „Rom des Protestantismus“. Vor allem aus Frankreich, Deutschland, Italien und einigen Regionen der Schweiz stammende Protestanten finden hier Unterschlupf.

Vor dem Hintergrund dieses Ausnahmezustands

schaffen die besten Handwerkskünstler Europas mit vereinten Kräften die Grundlage für das, was einmal als „La Fabrique“ in die Geschichte eingehen würde – die Genfer Uhrmacherindustrie.

Das alte Saint-Gervais-Viertel um 1750

18. JH.

Die Entstehung eines Uhrenunternehmens

1755

Das Gründungsjahr

1755

Die silberne Taschenuhr ist die erste bekannte Uhr von Jean-Marc Vacheron

1785

Der Nachfolger: Abraham Vacheron

1790

Die Ära der ersten Komplikationen

1755

Das Gründungsjahr

Am 17. September 1755

stellt der 24-jährige Uhrmachermeister
Jean-Marc Vacheron seinen ersten Lehrling ein, um sein Können und Wissen an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Mit diesem Schritt legt er das Wertefundament seines Unternehmens und so kann der Lehrlingsvertrag gewissermaßen als Geburtsurkunde Vacheron Constantins betrachtet werden – die älteste, seit ihrer Gründung ununterbrochen tätige Uhrenmanufaktur der Welt.

Ausbildungsvertrag
Jean-Marc Vacheron (1731-1805)

1755

Die silberne Taschenuhr ist die erste bekannte Uhr von
Jean-Marc Vacheron

Die silberne Taschenuhr, deren Uhrwerk die Inschrift „J: M: Vacheron A GENEVE“ trägt, ist die einzige bis heute bekannte Uhr, die den Vornamen des Unternehmensgründers trägt.

Sie zählt zu den herausragenden Stücken des uhrmacherischen Vermächtnisses Vacheron Constantins. Die mit einer Hemmung mit Steigrad ausgestattete Uhr trägt fein ziselierte Goldzeiger und auch der Unruhkloben – die bei geöffneter Uhr am besten sichtbare Komponente des Uhrwerks – wurde in eleganten Arabesken gearbeitet. Diese doppelte technische und ästhetische Herausforderung würde nach und nach die Identität des Hauses ausmachen.

1785

Der Nachfolger: Abraham Vacheron

1785 übernimmt Jean-Marc Vacherons Sohn Abraham (1760-1843) die Leitung der Ateliers. Ihm gelingt es, das Haus inmitten der Umbrüche der französischen Revolution und trotz der Besetzung Genfs durch die Truppen des französischen Direktoriums weiter wachsen zu lassen.

Unbeirrt setzt er die von seinem Vater eingeschlagene Richtung fort und gibt den Uhrmacherberuf auch an seinen Sohn Jacques Barthélémi Vacheron weiter.

Es gelingt ihm, die Maison in den Unruhen der französischen Revolution aufzubauen ...
Abraham Vacheron (1760-1843)

1790

Die Ära der ersten Komplikationen

Die ersten bekannten, von den Ateliers gefertigten Komplikationen mit dem Schriftzug „Vacheron à Genève“ stammen aus dem späten 18. Jahrhundert.

Eine Komplikation ist eine Zusatzfunktion, die die optische Anzeige der Uhrzeit einer Uhr ergänzt. Dieses Uhrwerk treibt eine kleine Wanduhr an. Ihr aufwendig graviertes Zifferblatt zeigt sowohl den Wochentag als auch das Datum. Zwar sind Wanduhren in jener Zeit weit verbreitet – solche mit Kalender sind aber weitaus seltener.